Samstag 10.10.2009 – Dienstag 20.10.2009

Calheta (Madeira) 32° 43‘,07N 017° 10‘,37W –
Marina Rubicon (Lanzarote) 28° 51’,5N 13° 49’ W

Samstag 10.10. 2009
Seit Donnerstagabend ist der Skip wieder an Bord und Tina hat zwischenzeitlich
die Vanora wieder auf Hochglanz gebracht. Auch der Rest der Crew ist gestern
eingetroffen, denn eigentlich wollten wir schon gestern Nachmittag Richtung
Kanaren auslaufen. Allerdings haben uns 2 Holländer etwas irritiert, die Mittags
ausliefen und Abends zurückkamen, da angeblich weiter draußen überraschend
viel Südwind und hohe Wellen auftreten. (wie wir später von Fischern erfuhren,
war das wohl nicht ganz so schlimm!) Jedenfalls haben wir unseren Start auf
Samstag verschoben und so die Möglichkeit wahrgenommen, das Video von
unserm VOX-Bericht (Good bye Deutschland) anzuschauen. Alle waren sichtlich
amüsiert!
Nach der Törnbesprechung und mit den ersten Sonnenstrahlen laufen wir aus –
Bye Bye Madeira – schön wars hier!


Noch etwas wehmütiger wird es Tina und dem Skip bei dem Gedanken, dass sie
jetzt auch Portugal verlassen, wo sie über 3 Monate zu Gast waren und Land
und Leute lieb gewonnen hatten. Adios Portugal –Obrigado mas!

Wie nehmen Kurs auf die Kanaren und wollen je nach Wind und Wellenlage
entscheiden welche Insel wir anlaufen. Aber erstmal verwöhnt uns Tina mit einem
Offshore-Breakfast nach Vanora Art – einmalig!

Sonntag 11.10.2009
Bei idealen Windbedingungen setzen wir abwechselnd Gen-und Spinnaker und
machen bis zu 9 Knoten Fahrt. Die Impressionen sind einmal mehr überwältigend,
auch wenn der Skip mit prüfendem Blick feststellen musste, dass das Genakerfall
über Nacht fast durchgescheuert wär! Zum Glück konnten wir das Fall umdrehen
und weiter benutzen. Allerdings muß es vor der ARC getauscht werden!

Montag 12.10.2009
Bereits kurz nach Sonnenaufgang des 2. Tages kommt Las Palmas auf Gran
Canaria in Sicht. Obwohl das die am weitesten entfernte Insel war, haben wir
nur 48 Stunden gebraucht – Wow, wir sind echt schnell!
Auf Gran Canaria wollen wir die Marina checken, in der wir vor der ARC (Atlantic
Ralley for Cruisers) 2 Wochen liegen werden, um uns auf die Atlantiküberquerung
vorzubereiten.

Die Marina Las Palmas ist super und bei weitem das Günstigste was wir bisher
erlebt haben. Wir bezahlen ab dem 2.Tag gerade mal 18.- EUR pro Nacht! Auch
können wir hier noch einige Sachen beauftragen oder bestellen die bis Anfang
November bearbeitet werden können. Wir finden sogar einen Tierarzt, der unserem
Chico Blut abnimmt und zur Tollwut Titer Bestimmung (brauchen wir für die
Einreise in manche Länder) nach Deutschland ins Labor schickt. Diese wichtige
Bescheinigung müsste so noch rechtzeitig eintreffen.
Für alle Chico Fans:

Dienstag 13.10.2009 – Donnerstag 15.10.2009
Nicht zu vergessen – unsere „Crew“ ist inzwischen von Bord gegangen! Amu hat
sich entschlossen lieber nicht mit über den Atlantik zu segeln. Verständlich, da die
beiden die meiste Zeit Seekrank waren, was nicht gerade zur Harmonie an Bord
beigetragen hat.
Über Las Palmas gibt es sicher viel zu berichten, das werden wir ab November
tun, wenn wir 2 Wochen hier verbringen.
Ach ja – außer uns war auch noch das größte Kreutzfahrtschiff der Welt, die
„Independence oft he Sea“ im Hafen und hat direkt hinter uns seine Rettungs-
boote getestet – witzig!

Nachdem die Independence ausgelaufen war kam am Abend die AIDA Luna rein –
ganz schön was los hier!

Wir treffen hier einige Segler die schon viel Erfahrung mit diesem Revier haben
und holen uns wichtige Tipps. (Danke an Bernd von der „still crazy after all this
years“ und L.J. vom Katamaran (Lambada). An dieser Stelle auch einen auf-
munternden Gruß an Andi und seinen Bruder (beide aus Österreich), die tapfer,
seit 3 Monaten ihr Stahlschiff „Maverik“ reparieren – bald habt ihr es geschafft!!
Freitag 16.10.2009
Mit all den Infos und Erfahrungen legen wir in aller früh ab, um die beiden östlichen
Inseln Fuerteventura und Lanzarote, zu erkunden.

Bereits 2 Stunden später, ein Augenblick auf den wir schon lange warten – Wale!!

Es sind 5-6 Pilot oder Grindwale die gemächlich an uns vorbeiziehen. Allerdings
sind sie von Chicos Gebell nicht ganz so begeistert wie die neugierigen Delfine
und tauchen kurz danach wieder ab.
Herrliches Wetter und konstanter Nord-Ostwind, bei kleiner Welle schieben uns
mit bis zu 8 Knoten voran. Schon gegen Nachmittag erreichen wir Fuerteventura.

Unser erster Ankerplatz ist vor Morro Jable auf der Südseite der Insel, den Platz
hat uns zwar niemand empfohlen, aber er stellt sich als Volltreffer heraus. Denn
Morro Jable hat trotz Touritown einen gewissen Charme.

Noch besser wurde es dann Abends als wir bei einer leckeren Pizza sogar
die Vanora im Blick hatten.

Und mal ganz ehrlich – so sieht ein Superankerplatz eben aus:

Samstag 17.10.2009
Wir lichten den Anker gegen 8 Uhr und passieren kurz darauf den Leuchtturm von
Morro Jable.
Das Wasser ist hier sowas von blau und kristallklar, bei fast 25°.

Unser nächstes Ziel ist Puerto Castillo, eine private Marina, die zu einem Ferien-
resort gehört. Da es dort nur 3 Gastliegeplätze (und die Vanora braucht 2 davon)
gibt, wollen wir dort bereits am frühen Nachmittag einlaufen.

Obwohl künstlich erstellt, hat die Marina etwas besonders. Sie erinnert den Skip
ständig an die Florida Keys, wo er einst mit Bootfahrten und Hochseeangeln
begonnen hat. Die Big Game Boote glänzen im Licht der untergehenden Sonne
und immer wieder erzählt der Skip von seinem Riesenfisch, der ihm heute durch
die Lappen gegangen ist! (stimmt tatsächlich!)
Der Ort Castillo selbst ist eine reine Bettenburg, allerdings sind die Hotels und
Anlagen ganz ansehnlich angelegt!
Sonntag 18.10.2009
Unser heutiges Ziel ist Lanzarote, deshalb heißt es auch heute wieder recht früh –
Leinen los!
Gestern mussten wir viel Motoren, daher freuen wir uns, dass der Wind heute
etwas östlicher kommt und die Vanora, unter Segel, am Wind fahren kann.

Die Angelkünste des Skips werden heute immerhin mit einer Plastiktüte belohnt 😉
na dann, Petri Heil!
In Lanzarote erreichen wir um 17 Uhr die Bucht, Playa Blanca, vor der Marina
Rubicon. Obwohl die Marina sehr schön sein soll, entschließen wir uns zu ankern,
weil wir jetzt schon so oft in Marinas waren und eigentlich viel lieber vor Anker
liegen! Der tolle Sunset bestätigt auch unsere Entscheidung!

Montag 19.10.2009
Wir waren gestern noch mit dem Dinghy in der Marina Rubicon und haben mit
Erstaunen festgestellt, dass die Marina nicht nur sehr schön, sondern auch
recht günstig ist! (29.- Euro die Nacht)

Also werden wir hier 2 Tage bleiben, uns einen Mietwagen nehmen und Lanzarote
erkunden. Gesagt-getan. Nachdem die Vanora gut festgemacht ist machen wir
uns auf, zur Inseltour. Lanzarote ist großartig. Durch die Vulkanausbrüche wurde
hier eine völlig bizzare Landschaft geschaffen. Dazu die Steilküsten, das Meer und
die weißen Häuser, der karge Bewuchs und doch immer wieder einige exotische
Pflanzen – einzigartig!

Als erstes fallen uns die Salzberge der Salinen auf die wie kleine Schneehügel
aufgereiht sind.

Besonders angetan hat uns die Art und Weise wie hier mühevoll Wein angebaut
wird. Jede Rebe wird mit einer kleinen Mauer aus Vulkanstein gegen den Wind
geschützt. In der Bodega Rubicon können wir einige dieser Weine probieren und
erfahren einiges über den müheseligen Anbau.

Natürlich kaufen wir ein paar Flaschen, denn bald kommen ja wieder unsere
Freunde auf Besuch, da ist dieser Tropfen genau das Richtige.
Nördlich von Lanzarote gibt es noch eine kleine Insel mit dem schönen Namen
„La Graziosa“ die uns von vielen Seglern, als herrlicher Ankerplatz, empfohlen
wurde.

Tatsächlich sieht die Insel super aus, wenn man vom nördlichsten Berg
Lanzarotes auf sie rüber schaut, aber ob wir deshalb extra hier hoch segeln – mal
sehen. Auf dem Rückweg machen wir Halt in einer der Surfspots der Insel, die
Bucht von Famara.

Die Brandung hier hat dafür gesorgt, dass sich in Famara eine richtige Surfszene
entwickelt hat. So gibt es dort mehr Surfshops als Kneipen.

Wir entdecken bei der Weiterfahrt einen noch heißeren Surfspot, beim Club La
Santa, auf der Nordseite der Insel. Hier brechen sich die Wellen noch höher,
wenn auch nicht ganz ungefährlich wegen der Felsklippen. In dieser Bucht treffen
sich wohl nur die absoluten Könner (die auch den obligatorischen VW Bully fahren)
und Tina kann einige aufregende Bilder schießen. (genau hinschauen lohnt sich!)

Für Donnerstag werden bis zu 5 Meter hohe Wellen vorausgesagt. Wir überlegen,
ob wir dann nochmal hierher kommen. Spät am Abend kehren wir in die Marina
zurück und genießen die tolle Atmosphäre.
Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende und wir lassen bei einem Glas Wein, auf
unserem Achterdeck, alles noch mal Revue passieren – Vanora feeling eben!

2 Kommentare

  1. Hallo, wirklich toll was Ihr alles erlebt.Wieder mal ganz tolle Bilder!! Euer Bericht war eine super Einstimmung auf unseren Urlaub bei Euch. Wir freuen uns und natürlich auf den extra für uns gekauften Wein!! LG Trixi

  2. Hallo Ihr Lieben……..Ich war mal wieder wie so oft auf eurer Homepage und finde es immer wieder interessant.
    Hoffe euch geht es gut.
    Liebe Grüße von eurer Vivi( Village)

Schreibe einen Kommentar